<%@ Page Language="VB" MasterPageFile="~/masterpage.master" AutoEventWireup="false" Inherits="PageBase" %> Russian Favourites by ANALEKTA - CD Review


Cocktail "Rio Rita"

Friedrich Lips, Bayan

Friedrich Lips, Bayan, 2011.
November 2011

Coctail "Rio Rita"

Diese CD konnte wahrlich weder besser benannt werden noch ein besseres Cover haben! Das letzte Werk darauf heißt Cocktail „Rio Rita“ von Efrem Podgaits, geboren 1949 und Komponist von über 200 Werken für viele verschiedene Instrumente. Die 15 Werke für Bajan inkludieren dieses Stück zusammen mit „Viva Voce“, „ex animo“, „Lips-Konzert,“ „Ave Maria“, sowie andere, die gleichsam interessant wie musikalisch wichtig sind. „Rio Rita“ bezieht sich auf das sehr populäre Broadway-Musical aus dem Jahre 1928, das außerdem noch 1929 verfilmt wurde. In dieser Version ist es ein Quintett für Violine, Violoncello, Bajan, Klavier und Perkussion. Es ist eine Erforschung der Beziehungen dieses populären Stücks - Rio Rita - zur Musik klassischer Komponisten und zur Volksmusik, und zitiert die Werke einiger sehr gut bekannter Komponisten.

Das Cover zeigt den weltberühmten russischen Bajankünstler Friedrich Lips, mit einem ansteckend freundlichen Lächeln auf seinem Gesicht, der in seiner rechten Hand ein großes Weinglas hält, und damit alle zum Genuss einlädt! Diese Einladung lässt die faszinierenden Leistungen auf dieser CD erahnen. Friedrich Lips hat auch die sehr feinen Anmerkungen für das booklet dieser CD geschrieben.

Das Programm beginnt mit Edison Denisow’s Werk „Der Dampfer fährt am Hafen vorbei.“ Das Stück wurde für ein humorvolles Konzert geschrieben und ist eine Fantasie über Themen populärer sowjetischer Lieder der 30er Jahre, geschrieben in tonaler Form. Es wird definitiv genauso wahr genommen, wie Lips es beschrieben hat, „dieses Werk vermittelt dem Publikum ziemlich gut, wie sich der Autor über die pathetischen, aber hellen Melodien jener Zeit etwas lustig macht.“ Es ist unterhaltsam, besonders wenn man in Betracht zieht, warum es geschrieben wurde.

Astor Piazzolla schrieb viele Werke, aber „Aconcagua“, das „Konzert für Bandoneon und Orchester“, ist insoferne speziell, als es sicherlich zu seinen besten kreativen Leistungen gehört. Es wird von dem unverzichtbaren Tangoelement durchzogen, und im zweiten Satz stehen Harfe und Klavier im Mittelpunkt, während das Bandoneon einfach nur einzigartig schön erklingt. Wie immer bringt Friedrich Lips das vollkommene dynamische Temperament und die rhythmische Hingabe zur Geltung, die für die Musik von Piazzolla so notwendig sind. Das „Konzert für Bandoneon und Orchester“ wurde bei Astor Piazzolla’s allerletztem Konzert aufgeführt, das am 3. Juli 1990 in Athen, Griechenland, statt fand.

Als nächstes folgt „Amarillis“ von der russischen Komponistin Tatjana Sergeyeva, die bereits andere Titel für Bajan geschrieben hat, die sich auf Blumen beziehen. Lips erwähnt, „Amarillis gehört zu dieser Reihe, die wundervolle Aromen darstellt.“ Es bleibt zu hoffen, dass die Komponistin in Zukunft noch mehr für Bajan/Akkordeon schreiben wird.

Alexander Schurbin hat schon viele musikalische Erfolge gefeiert, möglicherweise war seine Rock-Oper „Orpheus und Eurydike“ 1975 sein größter, der viele bedeutende Rezensionen erhielt. Die hier präsentierte „Konzert-Burleske“ ist besonders spannend, weil sie von sechs Studenten von Friedrich Lips aufgeführt wird. Sie ist bereits als Solo eindrucksvoll, und umso mehr, wie sie hier dargestellt wird.

Die meisten Akkordeonspieler spielen den „Jolly Caballero“ von Pietro Frosini selbst, oder sie werden früher oder später irgendwann im Leben mit ihm vertraut. Aber selten wird er mit solcher Bravour erklingen wie in der Aufnahme jener sechs Musiker von oben, wieder die gleichen sechs Studenten von Lips. Es ist ein unterhaltsames und kluges Arrangement, das sie mit großer Klarheit und viel Geschmack zum Besten geben!

„La Cumparsita“, geschrieben von Gerardo Matos Rodriguez, während er in Montevideo Architektur studierte, ist in der Tat der berühmteste je geschriebene Tango und dieses Arrangement von Astor Piazzolla ist ohne Zweifel eines der besten von hunderten, die weltweit zu hören sind. Wie andere Musiker auch, beschrieb er das ursprüngliche Lied tatsächlich als nicht sehr gut, aber zusammen mit einer Basslinie und einigen hinzugefügten Harmonien wurde es gut.

Ja, das war wirklich ein feiner „Cocktail“. Es scheint, dass Friedrich Lips, ungeachtet des Repertoires, die Musik immer so fein wie möglich macht. Und, sehr wichtig, er bewahrt die Musik, die von einigen der aktivsten und erfolgreichsten Komponisten von heute geschrieben wird. Ohne die Gewissheit, dass ihre Stücke von einem Künstler wie Friedrich Lips aufgeführt werden, der einmal mehr mit einer unbeirrbaren musikalischen Leidenschaft spielt, hätten sie möglicherweise nicht für Bajan/Akkordeon geschrieben. Andere Musiker, die auf dieser CD zu hören sind, gehören natürlich auch zur ersten Garnitur, besonders der Pianist Svjatoslav Lips, der bereits auf anderen hervorragenden Aufnahmen von Friedrich Lips zu hören war. Die Mitglieder der zwei Orchester und die Instrumentalisten Vladislav Igolinsky (Violine), Kirill Rodin (Cello) und Viktor Sych (Perkussion) unterstützen durch ihre wesentlichen Beiträge diese feine CD.

Sie werden diese CD genießen. Sie zählt zu jenen, die zu jeder kompletten Kollektion gehören sollten, die dem Akkordeon, seinen Künstlern und seinem zunehmend interessanten Repertoire gewidmet ist.

LIPS CD023 wurde von Dr. Herbert & Johannes Scheibenreif produziert:
herbert@ accordion-cd.co.at

Rezension von Joan Cochran Sommers im November 2011

Die deutsche Übersetzung dieses Artikels stammt von Dr. Herbert Scheibenreif.